Stipendiatinnen

Stimmen aus Adjumani

Hinter jeder Zahl steht ein Mädchen mit einem Namen, einem Schulweg und einem Plan für ihr Leben. Zwei dieser Wege erzählen wir hier — stellvertretend für die 24 Kinder, die wir im Bezirk Adjumani in Norduganda gemeinsam mit dem Jesuit Refugee Service fördern.

Zum Schutz der Mädchen nennen wir ausschließlich den Vornamen und den Berufswunsch. Keine Nachnamen, keine Angaben zu Familie oder Wohnort, keine identifizierenden Details — so verlangen es die Schutzstandards des Jesuit Refugee Service, und so halten wir es.

Bildung gibt südsudanesischen Flüchtlingskindern in Uganda Perspektiven für die Zukunft — ob sie weiterhin in Uganda bleiben oder eines Tages in ihre Heimat, den Südsudan, zurückkehren können.

Jo sitzt aufrecht und selbstbewusst vor einer Tafel
Foto: JRS Uganda · Sensible Bilder mit KI modifiziert – abgebildete Personen sind nicht real.

Stipendiatin

Jo wäre mit 15 verheiratet gewesen.

Mit etwa 15 Jahren stand Jo kurz vor der Heirat. In ihrer Siedlung ist das ein vertrauter Weg — und für viele Mädchen das Ende der Schulzeit. Ein Stipendium hat diesen Weg unterbrochen: Es ließ Jo in der Schule bleiben.

Heute ist sie Klassensprecherin. Sie steht vor ihrer Klasse, übernimmt Verantwortung und gehört zu denen, an denen sich die Jüngeren orientieren.

Ihr Ziel ist konkret: Sie möchte Hebamme werden — nicht irgendwo, sondern in ihrer eigenen Siedlung, damit Mütter dort sicher gebären können. Aus einem Schulplatz wird so ein ganzes Berufsleben, das anderen das Leben rettet.

Ich will Hebamme werden, damit Mütter in meiner Siedlung sicher Kinder zur Welt bringen können.

Aus Schutzgründen: nur Vorname und Berufswunsch, keine identifizierenden Details (JRS-Schutzstandards).

Die Hände einer Schülerin schreiben konzentriert in ein Heft
Foto: JRS Uganda

Stipendiatin

Mary konnte nicht lesen, als sie ankam.

Mary floh mit ihrer Großmutter aus dem Südsudan. Als sie in Adjumani ankam, konnte sie nicht lesen. Ihre Mutter hatte die Schule mit zwölf Jahren verlassen — wegen einer frühen Heirat. Mary ist die Erste in ihrer Familie, die eine weiterführende Schule besucht.

Inzwischen gehört sie zu den Besten ihrer Klasse. Sie liebt Mathematik und Biologie und gibt das Gelernte schon weiter: Den jüngeren Kindern hilft sie beim Lernen, ehe sie selbst über ihren eigenen Aufgaben sitzt.

Sie möchte Lehrerin werden — damit die Kinder, die nach ihr kommen, eine Lehrerin haben, die das Leben in der Siedlung aus eigener Erfahrung versteht und ihnen zutraut, dass auch ihr Weg weiterführt.

Ich will unterrichten, damit die nächsten Kinder eine Lehrerin haben, die das Leben in der Siedlung kennt.

Aus Schutzgründen: nur Vorname und Berufswunsch, keine identifizierenden Details (JRS-Schutzstandards).

Verschenken Sie eine Geschichte wie diese — Bildung im Namen eines Menschen schenken →

Geben Sie der nächsten Geschichte ein gutes Ende.

Ein Schuljahr kostet 800 €. Ihre Mitgliedschaft macht aus einem Schulplatz eine verlässliche Zukunft — für ein weiteres Mädchen in Adjumani.